Dreimal könnt ihr raten, wer am 16.05. (passend zu Europa-und Kommunalwahlen) Greifswald einen Besuch abgestattet hat. Richtig ! Mutti Merkel kündigte sich nur einen Tag vorher in der Zeitung an.

Merkel 2014-05-16

Nun hat die Bundeskanzlerin nicht nur Fans in ihrem Wahlkreis, sondern zum Beipsiel auch uns. Als sich langsam um 14:30 die ersten Schaulustigen auf dem Fischmarkt vor der Bühne sammelten, konnte man auch gleich diejenigen ausmachen, die keinen Bock auf Mutti und ihre Plattitüden hatten. Neben einer älteren Dame, die mit einem Schild, auf dem das NATO-Symbol vermischt mit einem Hakenkreuz dargestellt war, die Menschen vor den kriegerischen und imperialistischen Absichten des Militärbündnisses warnen wollte, waren hauptsächlich junge Menschen(viele Studierende unter ihnen) verschiedener politischer Couleur, die das sprichwörtliche Hühnchen mit Frau Merkel zu rupfen hatten, anwesend. Zu sehen waren DIE PARTEI, Piraten, Jusos und selbstverständlich auch wir von der Linksjugend[‘SDS] Greifswald. Gemeinsam begleiteten wir Frau Merkel auf ihrem „Marktbesuch“, bei dem sie medienwirksam „Bürgernähe“ suggerierte. Schilder und Transparente forderten bezahlbaren Wohnraum oder zeigten entschlossen, dass der Europapolitik von Frau Merkel Widerstand Merkel 2014-05-16(4)entgegengesetzt werden muss. Als die Polizeikräfte vor Ort sich das Spektakel nicht weiter ansehen wollten, forderten sie die Gruppe auf, stehen zu bleiben oder wegzugehen, diese dachte aber nicht daran. Nachdem die Protestierenden von ihrem demokratischen Recht auf eine Spontandemo Gebrauch machten, gab es dennoch Rangeleien mit der Polizei. Die Einsatzkräfte ließen die Protestierenden dann doch noch unter Auflagen auf den Fischmarkt zu Frau Merkel. Es sollten keine Sprechchöre angestimmt werden und  ihr Redebeitrag störungsfrei bleiben (aber keine Sorge, gebuht wurde dennoch kräftig). So hörten sich die Greifswalder Bürger bis ca. 15:00 Uhr das Ersprochene von Frau Merkel an, in dem sie die zunehmende Hegemonie Deutschlands in Europa und die Plünderung des europäischen Südens in malerischen Phrasen lobte. Als sie dann aber davon sprach, dass die Christdemokraten die Demokratie in der Ukraine (und ja! es ist die Westukraine und die in ihr mitregierenden Faschisten gemeint) mit aufbauen, hat es nicht nur den ProtestierendeMerkel 2014-05-16(5)n fast die Schuhe ausgezogen. Ihr Hinweis auf den 100 Jahre zurückliegen 1. Weltkrieg, beendete sie mit der Aussage, dass Europa zum Glück seit 60 Jahren keinen Krieg mehr gesehen hätte! Was mit lautem Widerspruch aufgenommen wurde, denn viele erinnerten sich noch sehr gut an den Jugoslawienkrieg, an dem Deutschland teilnahm und mit Besatzungstruppen im Kosovo noch immer unterstützt. So sagte unsere Bundeskanzlerin dies und das, aber vor allem nicht wahres oder gar handfestes, was selbst ein Mitglied der Satirepartei DIE PARTEI zur(ernstgemeinten) Aussage hinriss: „Mal ehrlich, da hab ich ja mehr Inhalt!“ Wir verteilten noch Flyer in der schaulustigen Masse, die bei vielen Menschen gut ankamen.

In diesem Sinne Angie: BUUUHHHH !