Knapp ein Jahr nach der Bildungsstreikdemo vorm Schweriner Schloss fanden wir uns gestern gemeinsam mit 700 Studierenden aus allen Hochschulstandorten des Landes in Greifswald zusammen, um wiederum gegen Streichungen in der Bildung vorzugehen. Ein erneuter Besuch von Angela Merkel war der Anlass.

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Um 11:30Uhr traf sich die Menge am Bahnhof, demonstrierte dann durch die Greifswalder Innenstadt bis zum Uni-Hauptgebäude, indem zu dieser Zeit eien Diskussion zwischen Rektorin Hannelore Weber und Merkel stattfand. Wie die studentischen Vertretenden hinterher erklärten, war der Protest vor den Toren dabei nicht zu überhören und beeinflusste den reibungslosen Ablauf der Veranstaltung. Auf dem Rubenowplatz wurden unterdessen Reden gehalten von studentischen Mitgliedern der verschiedenen Hochschulen in MV. Hierbei standen besonders die „frei werdenden BAföG-Millionen“ immer wieder Mittelpunkt der Forderungen. Auf Bundesebene wird derzeit das Kooperationsverbot mit der Bildungspolitik der Länder gelockert, indem der Bund zugesagt hat, die Mittel für das BAföG zu übernehmen. Dadurch werden in MV ca. 27Mio € verfügbar, die laut Willen der Demonstrierenden an die Schulen und Hochschulen gehen und die massiven Streichungen der letzten Jahre abfedern sollen. So könnte die Schließung von Instituten und Entlassung von Dozent_innen doch noch gestoppt werden. Das Bildungsministerium in MV schweigt bislang dazu und hat in der Vergangenheit mit beeindruckender Verkennung der Wirklichkeit erklärt, es gebe kaum Finanzdefizite an den Unis.

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Man vergaß trotz dieses konkreten Punktes nicht, auch auf weitere Problemfelder hinzuweisen, wie die Wohnraumsituation und die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten in der Bildung. Eine Vertreterin des AStAs Rostock brachte es zudem völlig richtig auf den Punkt: Ein gerechtes Bildungssystem kann es nur durch eine umfassende Umverteilung des Vermögens in der Gesellschaft insgesamt geben.

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Angela Merkel zeigte sich jedoch nicht. Die Menge bewegte sich schließlich erneut durch die Innenstadt bis zum Marktplatz, wo es eine weitere Kundgebung und schließlich musikalische Untermalung gab. Hier sprachen Vertrende der Opposition sowie der politischen Hochschulgruppen.

IMG_1044 IMG_1049Angela Merkel sagte im Gespräch mit Mitgliedern der studentischen Selbstverwaltung in ihrer Position als Wahlkreisabgeordnete Unterstützung im Streit um die BAföG-Millionen zu.

Der Demonstration vorangegangen waren in den vergangenen Monaten kleinere Aktionen an verschiedenen Standorten. Mitglieder des SDS in der AG Bildungsstreik und der Landeskonferenz der Studierendenschaften(LKS) arbeiteten gemeinsam mit anderen Studierenden unermüdlich auf die Veranstaltung hin. Besonders Martin Grimm gebührt unser großes Lob; nicht nur in den Vorbereitungen, sondern auch während der Veranstaltung selbst zeigte er sich federführend.

Merkels zugesagte Unterstützung ist ein kleiner Lichtblick, nachdem vom Landesbildungsministerium selbst nach der Großdemo in Schwerin keine Kompromisse zu erreichen waren.