„Mit der Unterstützung der Selbstverteidigungskräfte vor Ort!“ – so lautete die Antwort unseres Referenten Jonas Schiesser auf die von uns formulierte Frage in der Überschrift. Im gut gefüllten Saal der Fischstraße ging er auf zentrale Probleme der derzeitigen Situation in Syrien, der Türkei und im Irak ein.

Flyer Kobane Vorderseite

Im ersten Teil des Vortrages schilderte er die Hintergründe und das Zustandekommen der derzeitigen Kampagne „Waffen für Rojava“, die wir auch unterstützen. Sie begann bereits vor der Offensive des „Islamischen Staates“(IS) auf Rojava, wurde aber erst aufgrund der erfolgreichen Gegenwehr durch die Volksverteidigungskräfte(YPG) populär. Nicht nur in der Türkei von Seiten der PKK und kurdischen Bevölkerungsgruppen, auch in deutschen Städten gab es Solidaritätskundgebungen mit den Kämpfenden in Rojava, die mitunter illustre Qerfrontler_innen und christliche Fundamentalist_innen angezogen haben, gegen deren Einfluss man sich wiederholt stark machen musste.

Für diejenigen, die unserem ersten Vortrag nicht beiwohnen konnten, beschrieb Jonas im zweiten Teil den Aufbau des demokratischen Konföderalismus in Rojava durch die PYD, den syrischen Ableger der PKK.

Zu guter Letzt gab unser Referent bezugnehmend auf derzeit laufende Aktionen zur Abschaffung des PKK Verbots einen Überblick über die Geschichte dieser kurdischen Arbeiterpartei in der Türkei. Besonderer Schwerpunkt war dabei die ideologische Umorientierung von einer stalinistischen Kampforganisation zu einer fortschrittlichen Partei, welche die Gleichberechtigung der Frau und eine basisdemokratische Räterepublik anstrebt.

Das Gespräch mit den Anwesenden im Anschluss an den Vortrag ging vor allem auf die Organisation der Solidarität vor Ort bzw. in Deutschland ein. Von da aus kam man schnell zu gesamtgesellschaftlichen Problemen, sodass auch die Funktion der Parteien und außerparlamentarischer Bewegungen für Wege aus dem Kapitalismus hin zur Demokratie diskutiert wurden.