An unserer Uni haben rechtes Gedankengut, rechte Strömungen ja extrem leichtes Spiel. Als wäre ein Antisemit als Namensgeber nicht genug, rechtspopulistische Thor-Steinar-Professoren lassen volksverhetzende Rechtsrocksänger promovieren („Dr. Hassgesang“ heißt er jetzt.) und werden von der Unileitung ausgehalten oder gedeckt, wenn dadurch nur das Presseecho vorüberzieht. Vor dem hat sie zwar Schiss, aber Aktionen gegen den Faschismus im Land und in der Region werden gefressen, wenn sie Geld kosten, behindert, wenn das möglich ist. Die Rechtsaufsicht knebelt die Studierendenschaft, versucht diese, irgendetwas Fortschrittliches oder Antifaschistisches anzufangen. In einer gesellschaftspolitischen Verantwortung sieht sich die Unileitung nicht, sie möchte nur, dass die Studierenden blöde vor sich hinstudieren und die Wissenschaftler*innen blöde vor sich hinforschen. Scheißegal ob das zur Folge hat, dass der Faschismus seinen alten, hässlichen Kopf wieder in Vorpommern und in Greifswald in die Luft reckt.

Aber bis jetzt war es immer die Unileitung in irgendeiner Form gewesen, die studentisches Engagement gegen Rechts behindert hatte oder Rechtspopulist*innen und Faschist*innen hat gewähren lassen. Inzwischen scheint auch der AStA sich diesem dubiosen Klub hinzugesellt zu haben.

Darüber, dass er aus „Zeitgründen“ keinen Bus zur Exkursion am 8. Mai nach Demmin organisieren konnte, waren wir schon entsetzt. Ein klarer Beschluss des Studierendenparlaments wurde missachtet und die vorhandene Wochenfrist ist ungenutzt verstrichen. Es bestehen ernsthafte Zweifel, ob der AStA überhaupt ein Interesse hatte, die Busfahrt auf die Beine zu stellen und den Termin nicht einfach verstreichen zu lassen. Aber mit etwas gutem Willen kann man hier noch Unfähigkeit sehen, wo man böse Intentionen vermuten sollte.

Richtiggehend schockiert waren wir aber, als wir erfahren mussten, dass neben den demokratischen Parteien auch die Spitzenkandidaten der menschenfeindlichen, rassistischen und homophoben AfD und NPD zu einer Podiumsdiskussion eingeladen wurden. Faschistische oder halbfaschistische Parteien, die in ihren Reihen sichere Häfen für Volkverhetzer und rassistische und rechte Gewaltverbrecher stellen. Das demokratische und weltoffene Selbstverständnis der Universität wird immer mehr zur bloßen, löchrigen Fassade, wenn schon die ausführenden Organe der Studierendenschaft Faschist*innenenfreunden und Faschist*innen eine Bühne und eine Plattform geben wollen! Menschenfeindliche Propaganda hat in den Parlamenten nichts verloren, nicht der Uni, nirgendwo.

Das haben auch die Parteien im Landtag eingesehen. Mit dem sogenannten „Schweriner Weg “ verweigern sie jegliche Teilnahme an einer nichtparlamentarischen Veranstaltung, zu der auch die NPD eingeladen ist. Ganz recht – selbst bis zur CDU ist die Einsicht durchgedrungen, dass die NPD den Tod von Freiheit und Menschlichkeit bedeutet. An der  AStA-Vorsitzenden der Universität Greifswald ist dieses Geheimwissen wohl vorbeigegangen. Sie verlässt mit so einer Einladung den von allen demokratischen Akteuren verfolgten Schweriner Weg und  macht die NPD und ihre Freunde von der AfD salonfähig. Die AfD lehnt den Schweriner Weg übrigens strikt ab.

Der Faschismus hat es leicht an unserer Universität, wenn niemand etwas gegen ihn tut. Noch leichter hat er es, wenn ihm auch noch aktiv Tür und Tor geöffnet werden. Die Unileitung hat jahrelang das Erstere gemacht, der AStA tut jetzt den zweiten Schritt. Was er sich dabei gedacht hat, kann er uns hoffentlich heute Abend auf der Sitzung des Studierendenparlaments erklären. Und es sollte besser eine verdammt gute Erklärung sein, damit sie entschuldigt, dass solcher Nazischeiß an diese Uni gebracht wird.

Wir bitten alle Studierenden, der Podiumsdiskussion aus Protest fernzubleiben, solange menschenverachtende Parteien dazu eingeladen sind! Wir bitten alle demokratischen Parteien, die Diskussion unter diesen Umständen ebenfalls zu boyottieren! Wir werden heute Abend in der Sitzung des Studierendenparlaments gegen diesen Skandal vorgehen und bleiben der Sache auf den Fersen, solange das nötig ist. Wir bitten die Studierendenschaft: Kommt heute Abend zur Sitzung (20:00 in der Friedrich-Löffler-Straße 70), und bringt euch kritisch mit in die Debatte ein. Wir fordern das StuPa auf: Schießt diesen Dreck ab und macht denen Druck, die dafür verantwortlich sind.

Faschismus und Rassismus haben keinen Platz an unserer Uni und in unserer Studierendenschaft – sorgen wir dafür, dass das so ist und bleiben wird!