Abendseminar: „Revolte im Iran“ mit Pedram Shahyar

Montag 28. Juni 2010 von Claudia Sprengel

Hintergründe von 1978 bis heute mit Pedram Shahyar (Netzwerk junger Iraner, Koordinierungskreis Attac).

Im Iran erlebten wir im vorherigen Jahr eine der größten Revolten unserer Zeit. Eines der Schlüsselländer im Nahen Osten wird von einer revolutionären Krise erschüttert – nicht abreißende Massenproteste und eine Elite, die zutiefst gespalten ist. In der Veranstaltung wollen wir die Hintergründe der Revolte beleuchten. Dabei wird es einen Rückblick auf die Geschichte des Landes von der Revolution über die Krise der 90er bis zur Revolte heute geben.

Wann? 08. 07., 17.00 Uhr Wo? Schwedenkontor, Hafenstraße 41

Tagesworkshop „Alternative Gesellschaftsmodelle“, 12. 06. im Schwedenkontor

Mittwoch 26. Mai 2010 von Claudia Sprengel

Linke Menschen sprechen meist vom demokratischen Sozialismus oder Kommunismus als Ziel ihres politischen Strebens. Wie solch ein Gesellschaftsmodell konkret aussehen kann, bleibt dabei oft relativ unklar. Wir laden daher drei Referierende nach Greifswald ein, die uns insgesamt drei alternative Gesellschaftsmodelle präsentieren werden.

Christian Siefkes: Peerconomy Der freiberufliche Softwarentwickler Christian Siefkes wird uns sein Modell der Peer-Produktion vorstellen. Damit wird er zeigen, wie das Prinzip von Wikipedia und Freier Software, also Beitragen statt Tauschen, auf die reale Ökonomie übertragen werden kann. Dabei wird es auch um den Aspekt der ökologischen Nachhaltigkeit gehen.

Daniel Friedrich: Parecon (Participatory economics) Daniel Friedrich, Mitarbeiter bei der Bundestagsfraktion DIE LINKE, wird zum Modell der partizipativen Wirtschaft sprechen, welches von den US-Amerikanern Michael Albert und Robert Hahnel stammt. Das Modell überwindet den Gegensatz zwischen Wettbewerbsmarkt und zentraler Planwirtschaft indem vor allem Produzierenden- und Konsumierendenräte dezentral über die Wirtschaft entscheiden.

Maximilian Blum: Dezentraler Mehrparteien-Sozialismus Der Greifswalder Student und Linke.SDS-Aktive Maximilian Blum hat ein Modell entwickelt, nach dem die Wirtschaftsordnung so verändert werden soll, damit sozialistische Ziele verwirklicht werden können, sofern die Bevölkerung dies möchte. Hauptmerkmal ist eine demokratisch-kontrollierte Kreditvergabe und die vollständige Abführung von Unternehmensgewinnen.

Nach den Inputreferaten der drei eben ganannten, sollen die Modelle unter anderem in Gruppenarbeit vertieft und diskutiert werden. Abgesehen von Interesse für das Thema sind keine Vorkenntnisse erforderlich. Nach der Anmeldung werden euch sehr kurze Einführungstexte zugesendet, damit alle in etwa mit dem gleichen Kenntnisstand in den Workshop gehen können. Eingeladen sind alle Menschen, die Interesse haben, egal wo sie Mitglied sind.

Veranstaltungsort: Schwedenkontor, Hafenstraße 41, 17489 Greifswald, Seminarraum im 1. Obergeschoss

Termin: 12.06.2010, 12.30 bis ca. 19.00 Uhr, anschließend Grillen, Musik, Beisammensein, Party

Kosten: Der Teilnehmenden-Beitrag beträgt 3 Euro. Dafür erhaltet ihr vor, während und nach dem Workshop Essen und Getränke. Alkoholische Getränke am Abend müssen selbst bezahlt werden. Außerdem werden die Anreisekosten aus Mecklenburg-Vorpommern erstattet, sofern ihr günstige Varianten wie das M-V-Ticket nutzt. Teilnehmende aus anderen Bundesländern sollten bitte zuerst versuchen ihre Fahrtkosten bei ihren Landesverbänden abzurechnen. Wenn das nicht klappt und die Kosten sich im Rahmen halten, werden wir versuchen auch diese weitgehend zu erstatten (auch hier gibt es günstige Möglichkeiten: M-V-Ticket gilt bis Hamburg, S-H-Ticket gilt auch in M-V, Schönes-Wochenende-Ticket)

Anmeldung: Meldet euch bitte unter seminare@solid-mv.de an. Die Teilnehmendenzahl ist auf 30 begrenzt. Mit der Anmeldebestätigung erhaltet ihr die kurzen Einführungstexte und so können wir auch eure An- und Abreise falls nötig zwecks Kostensenkung koordinieren (schreibt also bitte von wo ihr herkommt). Gebt bitte an ob ihr vegane, vegetarische oder fleischige Nahrung bevorzugt und sagt uns auch ruhig, ob ihr von Samstag zu Sonntag einen Schlafplatz braucht, denn falls nötig könntet ihr bei GenossInnen von uns couch-surfen. Und wir würden uns freuen, wenn ihr dazu schreibt, wie ihr auf den Workshop aufmerksam wurdet.

Wir freuen uns auf euch und den Workshop!

Linksjugend [’solid] M-V und Die Linke.SDS.Greifswald

Nein zur Abgabe der Lehrerbildung nach Rostock!

Donnerstag 15. April 2010 von Claudia Sprengel

Seit wenigen Wochen hat sich die Debatte um die Verlegung/Abschaffung der Lehramt-Studiengänge zugespitzt. Lehrämter sollen somit nur noch an der Universität Rostock ausgebildet werden, wodurch Greifswald den Titel Volluniversität verlieren würde. Doch noch weitere Aspekte sprechen gegen die Abgabe der Ausbildung von Lehrämtern. Viele kleinere und seltene Fächer, wären in HGW nicht mehr haltbar und würden so als Angebot für sämtliche Studenten verschwinden. Fächer wie Baltistik oder Fennistik werden jedoch kaum als Lehramtstudium an anderen Universitäten angeboten. Aber nicht nur das Lehramt M-V würde verlieren, nein auch die übrigen Studenten aus HGW. Es ist damit zu rechnen, dass sich die Philosophische Fakultät bei weiteren Schließungen nicht mehr halten kann und somit auch ausstirbt. Dieser Verlust sollte dem Bildungsminister eigentlich klar sein. Auch für die Hanse – und Universitätsstadt Greifswald wird es finanzielle Einbussen geben und die kulturelle Vielfalt würde enorm eingeschränkt werden. Wir, die Linke.SDS.Greifswald, sprechen uns ganz klar gegen die Abschaffung der Lehramt-Studiengänge in Greifswald aus. Wir wollen den Erhalt der Philosophischen Fakultät und die Fächervielfalt unterstützen, und rufen daher alle Studenten und Bürger Greifswalds dazu auf, die Petition im AStA-Büro zu unterzeichnen, das wir Herrn Tesch etwas entgegen zu setzen haben. Auch weitere Aktionen des Bündnis Bildungstreiks sind geplant.

Veranstaltungen der Rosa – Luxemburg – Stiftung in HGW

Mittwoch 24. Februar 2010 von Claudia Sprengel

Am 25. 02. findet im Ikuwo eine Veranstaltung zum Thema Tierrecht in Deutschland und Österreich um 20.00 Uhr statt und in ganz MV gibt es eine Tour durch verschiedene Städte (auch HGW am 01. 03.) zum Thema Antisexismus. Genauere Angaben findet ihr auf der Homepage der Rosa – Luxemburg – Stiftung Mecklenburg Vorpommern unter : http://www.rosalux.de/cms/index.php?id=15191

Nazis stoppen!

Am 13. 02. findet in Dresden die jährliche Demonstration der Neonazis statt. Wir wollen das natürlich nicht ohne jeden Protest geschehen lassen und daher könnt ihr über die Linksjugend [`solid] an der Gegendemo teilnehmen. Infos zu Bussen (Kosten 10 Euro) und Abfahrtsorte findet ihr auf http://www.linksjugend-solid.de/ und auf den jeweiligen Seiten der Landesverbände der Linksjugend [`solid].

Audimax in Greifswald besetzt!

Montag 9. November 2009 von Redaktion

Alt: „Zur Information“ sind Teile des Greifswalder Audimax „besetzt“. Kommt alle!

Neu: Der SDS.Greifswald solidarisiert sich mit den Besetzern des Audimax in Greifswald!

Zum Blog der Besetzer

Die Ostsee-Zeitung berichtete auch über die Aktion.

Eine gute Begründung für die „brennende Uni Greifswald“ lieferte Jan Faulbrück auf der Seite des webmoritz

Sogar das Neue Deutschland hat unter dem Titel „Kartoffeln aus der Provinz“ die Besetzung wenigstens erwähnt: „Vorläufig letztes Glied in der Protestkette ist die Universität Greifswald. Dort nahmen in der Nacht zum Dienstag Studenten einen Hörsaal in Besitz.“

Hier die Grundsatzerklärung der Besetzer:

Die aktuelle Situation

In ganz Österreich haben Studierende seit über drei Wochen ihre Unis besetzt. 8000 Menschen sind in der vergangenen Woche in Wien auf die Straße gegangen, um gegen die geplante Einführung von NCs und landesweiten Studiengebühren zu protestieren. Auch in Polen und Mazedonien gab es Aktionen unter dem globalen Motto „education is not for $a£e!“. Aus Argentinien und Kroatien wurden Solidaritätsschreiben verschickt. In Deutschland haben Studierende der Universitäten Münster, Potsdam, München, Heidelberg, Tübingen, Darmstadt und Marburg Hörsäle ihrer Universitäten besetzt. Mediale Aufmerksamkeit, welche diesen schon so zahlreichen Protest einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen würde, hat es bisher leider nicht gegeben. Unser Anliegen im Audimax Greifswald ist es daher, ein weiteres Zeichen zu setzen und uns zu solidarisieren, damit die Forderungen gehört werden und das grundsätzliche Problem unserer Gesellschaft endlich in den Mittelpunkt gestellt wird. Ein Mensch ist mehr als Humankapital!

Egal in welchem Lebensbereich, wir alle werden am Prinzip der Wirtschaftlichkeit, der Effizienz und Größen wie Rentabilität und Profit gemessen. Die Aussage „das können wir uns nicht leisten“ ist DAS zentrale „Argument“, ob bei Fragen der Sozialstaatlichkeit oder aber bei der Finanzierung des Bildungssystems. Dabei stehen nicht nur Universitäten im Zwang alle ihre Finanzen beständig rechtfertigen zu müssen. Schulen geraten ebenso immer stärker unter Druck. Ausstattungsgegenstände sind Mangelware, Gebäude verfallen und Lehrkräfte werden immer weiter reduziert. Allen Menschen ist die Relevanz der Bildung bewusst und die meisten sind der Meinung, dass unser Bildungssystem in seinem jetzigen Zustand nicht in der Lage ist, junge Menschen adäquat auszubilden. In einem Land, dessen Reichtum in den letzten Jahrzehnten immer stärker gestiegen ist, sich seit 1960 sogar verdreifacht hat, kann die zentrale Frage nicht länger sein „wie finanzieren wir unsere Bildung“, sondern wo ist unser Reichtum geblieben, den wir gewonnen haben und wieso führt eine sinkende Zahl von Schülerinnen und Schülern bei wachsendem gesellschaftlichen Reichtum nicht zu mehr Geld in unserem Bildungssystem? In unserer Diskussion haben wir die folgenden Punkte als die relevantesten für unsere Universität Greifswald herausgearbeitet:

Wir sind gegen die geplanten Budgetkürzungen im Hochschulfinanzkorridor. Diese verschärfen die dramatische Situation der Lehre weiter.

Wir sprechen uns gegen den bundesweiten Trend aus, in dem mehr und mehr Bundesländern Studien- und Verwaltungsgebühren, sowie Studienkonten einführen. Wir sprechen uns für die Abschaffungen von bestehenden Studiengebühren aus.

Der Zustand zahlreicher Universitätsgebäude ist untragbar. Einsturzgefährdete Treppen in der Anglistik, bröckelnder Putz an dem Institut für Rechtswissenschaften und undichte Fenster im Institut für Musikwissenschaften sind nur einige Beispiele für den unzumutbaren Zustand zahlreicher Gebäude der Universität Greifwald. In der Folge behindert dies auch ein optimales Lernklima.

Optimale Bildung braucht Personal, das diese vermittelt. Die Kürzungsrunden der vergangenen Jahre haben das viel gelobte Zahlenverhältnis von Lernenden zu Lehrenden in Greifswald unverhältnismäßig verschlechtert.

Die Personalengpässe führen zu hohen Ausfallquoten und in diesem Semester sogar zu monatelangen Verzögerungen der Klausurkorrekturen. Dies führt zu Unsicherheit, Verzögerungen im Studium und hat für manche Studierende sogar finanzielle Folgen.

Die vergangenen Institutsschließungen lassen ein weiteres Ausbluten der Universität Greifswald befürchten. Wir fordern den Erhalt des Status der Volluniversität und den Erhalt der Lehramtstudiengänge.

Die willkürlich gesetzte Aufnahmegrenze für Masterstudiengänge muss aufgehoben werden. Wir fordern einen Master für alle. Die unnötige Aufnahmebeschränkung ist nur ein Beispiel für die ungerechte Selektivität des deutschen Bildungssystems.

Die Erfahrungen der letzten Semester haben gezeigt, dass der Bachelor mit erheblichen Problemen zu kämpfen hat. Insbesondere verlangen wir eine kritische Überprüfung der Lehrangebote im Bereich der General Studies. Hierbei muss eine freiere Fächerkombination gewährleistet werden. Die General Studies sollten insgesamt weniger stark in die Abschlussnote einfließen. Aber auch allgemeine Probleme des Bachelorstudienganges, wie z.B. die Verschulung des Systems, müssen zur Sprache gebracht werden.

Um in Zukunft besser und früher auf die Probleme der Studenten reagieren zu können, müssen die Studenten in allen hochschulpolitischen Gremien paritätisch vertreten sein. Mehr Mitbestimmung muss auch für Schülerinnen und Schüler realisiert werden.

Der Bolognaprozess ist gescheitert! Statt der Europäisierung der Wissenschaften wurden die Studiengänge verkürzt und verschult. Wir fordern eine ergebnisoffene, europaweite und grundsätzliche Debatte über die Zukunft von Bachelor und Master.

Wir fordern den AStA, das StuPa und den Senat auf, diese Themen zu berücksichtigen.

Wir ermutigen alle Studenten auch auf der Vollversammlung am 9. Dezember diese Themen zu thematisieren.

Der Bildungsstreik kommt wieder!

Mittwoch 4. November 2009 von Redaktion

Auf der Sitzung des Studierendenparlaments der Universität Greifswald am 04.11. wurde beschlossen, dass der AStA den zweiten Bildungsstreik im November 2009 unterstützt. Überraschend war, dass sogar mehrere RCDS-Abgeordnete* für den Antrag des SDS, der Jusos und der Grünen Hochschulgruppe stimmten. Nun kann es losgehen!

*: Der RCDS ist der CDU-/CSU-nahe Studierendenverband.

Neue sozialistische Jugendgruppe in Greifswald

Mittwoch 21. Oktober 2009 von Redaktion

Greifswald. Am 20. Oktober gründete sich die Linksjugend [’solid] in Greifswald. Anwesend waren neben Gästen wie Gerd Walther 20 Gründungsmitglieder. Auf der anschließenden Party fanden sich über 100 weitere Gäste und SympathisantInnen ein. Die Gruppe versteht sich als sozialistisch, ökologisch, antifaschistisch sowie feministisch und möchte neben weiteren Vorhaben in nächster Zeit zum Beispiel zu den Protesten beim Klimagipfel in Kopenhagen mobilisieren. Angesprochen werden sollen insbesondere Auszubildende, SchülerInnen, Arbeitende und Erwerbslose. Die Hochschulgruppe Die Linke.SDS.Greifswald ist dabei in die Linksjugend [’solid] Gruppe integriert. Die Treffen finden ab dem 29.10. alle zwei Wochen immer Donnerstags in der Hafenstraße 41 statt. Für Interessierte steht Patrick Thews gern als Ansprechpartner zur Verfügung; er ist unter der E-Mail-Adresse Patrick.Thews.HGW@googlemail.com zu erreichen.

Kostenloser ÖPNV statt Semesterticket!

Montag 19. Oktober 2009 von Redaktion

Pressemitteilung des SDS.Greifswald

Linke.SDS Greifswald gegen Einführung eines unfairen Semestertickets, stattdessen Sozialtickets und mittelfristig kostenloser ÖPNV

Zum Vorschlag des RCDS in Greifswald ein verpflichtendes Semesterticket für 20 Euro einzuführen erklärt Diana Treiber, Stupistin des Die Linke.SDS.:

Ein Semester-Ticket in Greifswald wird nicht den Bedürfnissen der Studierenden entsprechen. Die meisten sind per Fahrrad unterwegs und selbst wenn sie, zum Beispiel bei schlechtem Wetter, den Bus nutzen so werden diese Kosten nicht mehr als 20 Euro pro Semester betragen. Trotzdem begrüßen wir es, dass über den ÖPNV in Greifswald diskutiert wird und dass die Studierenden auf einer Vollversammlung über das Semesterticket direktdemokratisch entscheiden sollen.

Um die Mobilität in Greifswald zu verbessern bedarf es aber vor allem auch attraktivere Busverbindungen, wobei gleichzeitig die Radwege natürlich nicht vernachlässigt werden dürfen.

Weiterhin erklärt David Noack, StuPist, Sprecher des Linke.SDS.Greifswald und Mitglied im Bundesvorstand des SDS:

Statt eines Semestertickets setzen wir auf Sozialtickets für WohngeldempfängerInnen. Damit könnten nicht nur Menschen mit geringem Einkommen günstiger unterwegs sein, sondern auch Studierende mit kleinem Budget, die lieber mit dem Bus als mit dem Fahrrad fahren.

Ein Semesterticket wäre nur dann sinnvoll, wenn es wie von Juso-Sprecher Greve gefordert, für ganz Mecklenburg-Vorpommern gelten würde.

In längerer Perspektive setzen wir uns allerdings für einen kostenlosen ÖPNV in Greifswald ein, da wir Mobilität vor Ort für ein Grundbedürfnis halten. Dabei müssten lediglich die Fahrgeldeinnahmen von ca. einer Million Euro gedeckt werden, die nur ein Viertel der Betriebskosten decken.

Wir setzen uns somit für die wirklichen Belange der Studierenden ein, statt für unfaire Forderungen. Dies hat der Linke.SDS schon mit seinen Forderungen beim Bildungsstreik gezeigt, der in der deutschen Bildungspolitik bereits zu Verbesserungen hinführt. Die Klassifizierung des Bildungsstreiks seitens des RCDS Greifswald als „Krawallaktion“ stellt eine Verunglimpfung ohne Vergleich dar. Im Juli haben 400-600 Studenten, Schüler und Auszubildende friedlich von der Kiste bis zum Uni-Hauptgebäude demonstriert. Das war lediglich die Nutzung des Artikels 8 Grundgesetz (Alle Deutschen haben das Recht, sich ohne Anmeldung oder Erlaubnis friedlich und ohne Waffen zu versammeln.) und hat nichts mit Gewalt zu tun. Wenn der RCDS die Versammlungsfreiheit als „gewalttätige Störung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung“ (Wikipedia: Krawall / Aufruhr) versteht, dann tut uns das leid.

Erhaltet die Hans-und-Lea-Grundig-Stiftung!

Sonntag 6. September 2009 von Redaktion

Dem Caspar-David-Friedrich Institut für Kunstgeschichte an der Universität Greifswald erscheint der Name Lea Grundigs als nicht mehr würdig zum Bezeichnen einer Stiftung. Der jüdischen Künstlerin wird unterstellt, sie habe in etlichen Fällen dazu beigetragen, dass engagierte, jedoch nicht „linientreue“ Künstler aus dem DDR-Künstlerverband ausgeschlossen wurden. Beweise gibt es hierzu nicht.

Protestbriefe an den Rektor der Uni Greifswald wurden von Prof. Dr. Peter Arlt (Universität Erfurt, Erziehungswissenschaftliche Fakultät, Fachgebiet Kunst), Thomas Jakob Richter (Maler und Grafiker, Berlin) und Dr. Peter Michel (Kunstwissenschaftler, Berlin) wegen diesem Verhalten geschrieben.

Die Linke.SDS.Greifswald setzt sich dafür ein, den Namen Lea Grundigs zu behalten und die Aktivität der Stiftung – die Unterstützung von jungen Künstlern – wieder aufzunehmen. Es ist unfassbar, dass eine jüdische Künstlerin, die von den Nazis verfolgt wurde und wahrscheinlich nur überlebte, da sie Exil in einem Kibbuz im Heiligen Land gefunden hat, nicht mehr als ehrenwert gilt, während der Antisemit Ernst Moritz Arndt weiter als Namenspatron der Uni gehalten wird, da ein „umfassendes Bild“ von ihm gesehen werden muss.

Kurzbiographie Lea Grundigs

1906 in Dresden geboren.

1933 Beginn der politischen und rassistischen Verfolgung – Grundig war Jüdin und Kommunistin

1935 Ausstellungs- und Arbeitsverbot

1936 erste Haft

1938 bis 1939 zweite Haft

1939 bis 1948 Exil in Palästina

1949 Rückkehr über Prag nach Dresden

Fortan hält Grundig Kontakte mit Genossen in Israel – etwas sehr seltenes in der DDR, hatte Ost-Berlin Tel Aviv im Kontext des Kalten Krieges nicht anerkannt und auch keine Reparationen gezahlt.

1972 Verleihung des Doktor honoris causa durch die Universität Greifswald

1975 Karl-Marx-Orden

1977 verstorben

Links zum aktuellen Vorgang:

Artikel in der jungen Welt

Artikel im Neuen Deutschland

Artikel in der Zweiwochenschrift Ossietzky

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